Mein erster Morgen
nach deinem Leben – hör doch,
das Nachbarskind lacht.
(Ich experimentiere gerade mit Haikus, die mein Protagonist für seine verstorbene Freundin schreibt)
(Zwischendurch entstandene Gedichte)
Mein erster Morgen
nach deinem Leben – hör doch,
das Nachbarskind lacht.
(Ich experimentiere gerade mit Haikus, die mein Protagonist für seine verstorbene Freundin schreibt)
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Die Karpfen schlafen,
Das Wasser still geworden -
Da, horch, ein Kuckuck.
(Gonsui. Quelle: Haiku, Japanische Dreizeiler, Reclam. Seite 117)
Die Menschen schlafen,
Die Straßen still geworden -
Da, horch, ein Autor.
(Wollinger)
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Sitze im Glashaus,
und der Stein, den ich werfe
zersplittert am Glas.
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Sattgrüne Weite
mit Wiesen, Bäumen, Weizen.
Schau: grellrot der Mohn.
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Grau ist der Himmel.
Plötzlich hell, es blendet mich
das gelbe Rapsfeld.
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Fahrt durch die Wachau.
Vor graugrünen Weinhügeln
strahlend Gelb: der Raps.
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Hindenken und herdenken
und durchgedacht, und
klar ist alle Handlung
und klar scheint
jede Person.
Nur hier und dort und da –
als kleines Warum kriecht es
hervor und hinab und umher.
Dann noch eines und eines
und alsbald krabbelt es
tausendfach entfacht.
Meine Grundsteine sind
Ameisenhügel.
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Wie ein alter Frosch!
Es stürzt Basho sich hinein -
Nachhall des Wassers.
(Okay, ich konnte nicht widerstehen, mal am Klassiker zu spielen)
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Im Sommer zu hoch -
Diese Kirschen auf dem Baum.
Im Winter verdörrt.
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Hat der junge Wortemeister,
Sich doch einmal wegbegeben!
Doch verfolgen ihn die Geister
mit ihrem Willen durch das Leben.
Seine Wort und Werke:
Achtlos! Auch sein Brauch.
Er sucht Geistesstärke
sucht die Liebe auch.
Schreibe! Schreibe!
Manche Strecke,
dass zum Zwecke
Sätze fließen,
und mit reichem vollem Schwalle
zum Romane sich ergießen.
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Dann sind da diese Momente,
die mir Überraschungen bringen,
leiser als das Öffnen einer Blüte
sanfter als der Hauch huschender Flughunde,
und flüchtiger als morgendliche Nebelschwaden
über dem Fluss
der aus Blut sein kann
aber sicher nur aus Wasser ist.
Ganz sicher ist es nur Wasser
das da fließt,
und das Schreien! Das sind die Wölfe,
bloß Wölfe, obwohl seit Jahren, am Fluss,
keine Wölfe gesehen wurden.
Sagt man.
Innerlich.
So sind mir solche Momente.
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Pflanze beim Fenster
dich gieße ich mit der Kanne
fünf Tage zu spät.
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Wem nur mag ich denn
ähnlich sehen an diesem
ersten Tag des Jahrs?
(Basho. Hundertelf Haiku. Ammann Verlag 2009, Seite 119)
Wie nur wird Timon
schlussendlich sein, in diesem
ersten Romanteil?
(Wollinger)
[Timon heißt mein Protagonist, derzeit. Wer weiß, vielleicht heißt er später anders.]
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Am Kirschenbaum hängt
die Kinderschaukel im Wind.
Kein Bubenlachen.
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Der Literat raunzt.
Nicht betrübt genug ist er
um jetzt zu schreiben.
oder:
Vögel, seid still mit eurem Getue!
Sonne, zurück in deine Dunkelheit!
Menschen, hört mit dem Lachen auf!
Denn eure ganze Scheißeupheurie
und dieses verfluchte Liebeszeug
passt bei meinem Roman
erst ins übernächste Kapitel.
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Verliebter Autor
turtelt mit der Geliebten
anstatt zu schreiben.
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