Artikel zum Schlagwort “Die Archäologin”

20. März 2010

“Die Blonden verschwinden” oder: Wie Ideen zu mir kommen

Mai 2000. Ich steckte tief in den Arbeiten zur Archäologin. Meine wichtigste Quelle war die erwähnte Anthologie, wo die Skelette der ermordeten Familie anthropologisch und archäologisch aufgearbeitet wurden. Und plötzlich, in meinem Caféhaus, tat sich mir etwas auf. In einer Tageszeitung:

Kurier 11. Mai 2000

Kurier 11. Mai 2000

Man braucht sich nur auf den Straßen umschauen. Wenn die Zuwanderung weitergeht, werden die Blonden bei uns in der nächsten Generation verschwinden.

Univ. Prof. Johann Szilvássy, Anthropologe. Zitiert im Kurier 11. Mai 2000

Szilvássy? Der Name kam mir gekannt vor … und ich schaute noch einmal auf das Cover der Anthologie. Szilvássy war einer der vier Autoren. Er leitete die antropologische Aufarbeitung der Skelette. Ja, so kommen sie zu mir, die Romanpersonen und die großen Zusammenhänge. Ganz von selbst.

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19. März 2010

Das Ausmaß der Tragödie oder: Wie Ideen zu mir kommen


Dieses Buch war während meiner Arbeit an der Archäologin meine meistgelesene Quelle. Darum wirkt es auch so zerfallen. Es beinhaltet alles, was über diese Skelette herausgefunden wurde. Wie zum Beispiel das Alter der Toten:

Mann, 30 Jahre.
Frau, 45 Jahre
Frau, 40 Jahre
Bub, 3 Jahre
Bub, 8 Jahre
Bub, 6 Jahre
Mädchen, 9 Jahre

Wie zum Beispiel die Tatsache, dass alle Kinder die 45jähre zur Mutter und den 30jährigen zum Vater haben. Die Frau war demnach eine Spätgebärende, in einer Zeit, als die Menschen im Durchschnitt dreißig wurden. In einer Zeit, die üblicherweise keine Skelette hinterließ. Sie starben gleichzeitig, Opfer eines großen Gemetzels. Die Bilder der Skelette geben Details preis.

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18. März 2010

Mord vor 3000 Jahren oder: Wie Ideen zu mir kommen

Kurier 17. Oktober 1976

Kurier 17. Oktober 1976


Manche Ideen begleiten mich seit der Kindheit.

Etwa diese Skelette. Ich stand an der Grube, sieben war ich damals. Ich schaute hinab und sah Schädel und Knochen. (Meine kleine Schwester warf einen Stein hinab, und die umstehenden Archäologen nahmen ihr das übel. Damit endete wohl das weitere Interesse meiner Schwester für Archäologie.)

Der Zeitungsartikel wurde geschrieben, da wusste noch keiner, dass die ältere Frau die Mutter all der toten Kinder war. Und dass der Mann, dem der Kopf davongerollt war, ihr Mann war und dass er fünfzehn Jahre jünger war als seine Frau.

Und die Skelette? Die kann jeder ansehen. Sie liegen im Naturhistorisches Museum Saal XII (Bronzezeit)

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15. Dezember 2009

Die Freude des Schriftstellers – Teil II

Wenn draußen einer ist, der Freude mit dem hat, was ich schreibe, dann freut mich das schon. Das macht viel Mühe wieder wett.

2005. In meinem Postkasten ein Paket, darin ein Exemplar von Die Archäologin. Mein erster Gedanke: Jemandem hat mein Roman nicht gefallen, der schickt ihn mir zurück! Aber da ist noch ein Brief …

Brief eines Lesers von "Die Archäologin" vom 14.1.2005

Brief eines Lesers von "Die Archäologin" vom 14.1.2005

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30. Mai 2009

Die Archäologin (Roman)

Die Archäologin

Die Archäologin

Erschienen 2004 im Verlag btb in der deutschen Originalausgabe und 2009 im Verlag Enalios in griechischer Übersetzung.

Ausgezeichnet mit dem Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich für Literatur, 2006.

Die junge Archäologin Erika entdeckt in Niederösterreich eine Jahrtausende alte Familientragödie. Sie identifiziert sich so stark mit dem Schicksal der Toten, dass ihr Leben aus der Bahn gerät. Gegenwart und Vergangenheit vermischen sich. Sie will mit allen Mitteln herausfinden, was mit der Familie, deren Skelette sie geborgen hat, geschehen ist. Doch das Dorf behindert Erikas Arbeit; man fürchtet, dass noch etwas anderes gefunden werden könnte …

Die Archäologin (Griechische Übersetzung)

Die Archäologin (Griechische Übersetzung)

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