Artikel zum Schlagwort “Mein Werdegang”

29. August 2010

Das waren Zeiten: Mein erster Laptop

So in etwa hat mein erster Laptop ausgesehen, den ich mir 1998 gebraucht gekauft hatte, zum Romanschreiben. Mit schwarzweißem Bildschirm. Auflösung: 640×480

Toshiba Laptop Satellite

Toshiba Laptop Satellite - Quelle:bigkey.com

Und er hatte Windows 3.11 (mit Winword 2.0):

Windows 3.11 (in schwarzweiß)

Windows 3.11 (in schwarzweiß)

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28. August 2010

Das waren Zeiten: Word 2.0

Damit habe ich meinen ersten Roman getippt. War ein gutes Programm. War zuverlässig. Weil Word 2.0 nicht mit so großen Dateien konnte, musste ich meinen Roman auf drei Dateien aufteilen.

Word 2.0

Da ich einen zu schmalbrüstigen Computer hatte, blieb mir bis 1997 das hier verwehrt:

Word 6.0

(Achtung: bei Word 6.0 sollte man besser die Schnellspeicherung nicht verwenden)

Ab dann wurde Word ja einigermaßen unübersichtlich:

Menüpunkte in Word

(Hier geht’s zur Quelle dieser Bilder)

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19. April 2010

Warten, sechs Jahre lang

Gabriela_42 schrieb auf amazon.de:

Thomas Wollingers Roman weckt, und das sei an den Anfang gestellt, den dringenden Wunsch, weitere Bücher des Autors zu lesen, und dies möglichst bald.

So schrieb sie am 6. Juli 2004.
Jetzt haben wir 2010.

Gabriel_42, du hast 6 Jahre gewartet. Danke. Ich bitte dich noch um etwas Geduld. Zwei Jahre bloß noch. Dann, hoffentlich, ist es soweit.

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20. März 2010

“Die Blonden verschwinden” oder: Wie Ideen zu mir kommen

Mai 2000. Ich steckte tief in den Arbeiten zur Archäologin. Meine wichtigste Quelle war die erwähnte Anthologie, wo die Skelette der ermordeten Familie anthropologisch und archäologisch aufgearbeitet wurden. Und plötzlich, in meinem Caféhaus, tat sich mir etwas auf. In einer Tageszeitung:

Kurier 11. Mai 2000

Kurier 11. Mai 2000

Man braucht sich nur auf den Straßen umschauen. Wenn die Zuwanderung weitergeht, werden die Blonden bei uns in der nächsten Generation verschwinden.

Univ. Prof. Johann Szilvássy, Anthropologe. Zitiert im Kurier 11. Mai 2000

Szilvássy? Der Name kam mir gekannt vor … und ich schaute noch einmal auf das Cover der Anthologie. Szilvássy war einer der vier Autoren. Er leitete die antropologische Aufarbeitung der Skelette. Ja, so kommen sie zu mir, die Romanpersonen und die großen Zusammenhänge. Ganz von selbst.

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19. März 2010

Das Ausmaß der Tragödie oder: Wie Ideen zu mir kommen


Dieses Buch war während meiner Arbeit an der Archäologin meine meistgelesene Quelle. Darum wirkt es auch so zerfallen. Es beinhaltet alles, was über diese Skelette herausgefunden wurde. Wie zum Beispiel das Alter der Toten:

Mann, 30 Jahre.
Frau, 45 Jahre
Frau, 40 Jahre
Bub, 3 Jahre
Bub, 8 Jahre
Bub, 6 Jahre
Mädchen, 9 Jahre

Wie zum Beispiel die Tatsache, dass alle Kinder die 45jähre zur Mutter und den 30jährigen zum Vater haben. Die Frau war demnach eine Spätgebärende, in einer Zeit, als die Menschen im Durchschnitt dreißig wurden. In einer Zeit, die üblicherweise keine Skelette hinterließ. Sie starben gleichzeitig, Opfer eines großen Gemetzels. Die Bilder der Skelette geben Details preis.

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18. März 2010

Mord vor 3000 Jahren oder: Wie Ideen zu mir kommen

Kurier 17. Oktober 1976

Kurier 17. Oktober 1976


Manche Ideen begleiten mich seit der Kindheit.

Etwa diese Skelette. Ich stand an der Grube, sieben war ich damals. Ich schaute hinab und sah Schädel und Knochen. (Meine kleine Schwester warf einen Stein hinab, und die umstehenden Archäologen nahmen ihr das übel. Damit endete wohl das weitere Interesse meiner Schwester für Archäologie.)

Der Zeitungsartikel wurde geschrieben, da wusste noch keiner, dass die ältere Frau die Mutter all der toten Kinder war. Und dass der Mann, dem der Kopf davongerollt war, ihr Mann war und dass er fünfzehn Jahre jünger war als seine Frau.

Und die Skelette? Die kann jeder ansehen. Sie liegen im Naturhistorisches Museum Saal XII (Bronzezeit)

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16. März 2010

Mein Vertrag mit dem Verlag

Das ist mein Verlagsvertrag betreffend Die Archäologin. Es ist der Standardvertrag des Medienkonzerns. Ich halte ihn für einen fairen Vertrag; insbesondere was die Verteilung der Nebenrechte angeht (60% für den Autor).

Ich stelle ihn online, für euch Kolleginnen und Kollegen, die ihr vielleicht gerade in Vertragsverhandlungen steht, damit er euch beim Orientieren hilft.

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16. Januar 2010

Leserunde

Seit 1993 bin ich Mitglied der Leserunde. Sie trifft sich monatlich. Jeder liest einen vorbereiteten Text zu einem vorbestimmten Thema und einer vorbestimmten Literaturgattung.

Die vorgelesenen Texte sind nur ausnahmsweise Selbstverfasstes. Es geht also nicht um Schreiben, und die Mitglieder sind (bis auf eine Ausnahme) keine Literaten.

Es geht um einen Austausch, der vom Zufall gesteuert ist.
(Hier weiterlesen)

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15. Januar 2010

Schreiben und Arbeiten

„Du schreibst also neben der Arbeit?“

– Nein. Denn Schreiben ist Arbeit.

„Kann man vom Schreiben leben?“

– Ja. Da gibt es etliche Autoren, die das tun.

„Lebst du vom Schreiben?“

– Ja, vom emotionalen Standpunkt gesehen.

„Womit verdienst du deinen Lebensunterhalt?“

– Ich bin Berater für Software–Projekte.

„Das ist also dein Brotberuf.“

– Nein. Denn mir machen Software–Projekte Spaß.

„Also dann ist Schreiben dein Hobby?“

– Ich habe keine Hobbies.

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10. Januar 2010

Das große Ziel

Ziele sollen messbar sein, hört man. Als ich 1997 mit dem Schreiben begann, hatte ich ein gut messbares Ziel: „Ich gehe in die Buchhandlung Morawa (meine Lieblingsbuchhandlung) zu den Neuerscheinungen, nehme den neuesten Wollinger, gehe zur Kassa, zahle und gehe.“

Am Dienstag, den 11. Mai 2004 ging ich zum Morawa in den ersten Stock, zu den Neuerscheinungen. Ich nahm ein Exemplar von »Die Archäologin«. Die Dame an der Kassa steckte das Buch zusammen mit der Rechnung in eine weiße Papiertüte. Ich ging hinaus und stellte mich vor die Schaufenster. Ich nahm das Buch aus der Tüte. Das Ziel. Das große Ziel war weg.

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7. Januar 2010

Alles hat einen Anfang

Die ersten Fotodokumente eines GRAUKO-Treffens. Ruckerlberg in Graz, 4.4.2001. (Ja, damals haben wir alle noch ein bisserl anders ausgesehen)

Der Geburtsort von GRAUKO am Ruckerlberg. In etlichen Jahren wird hier eine Messingtafel angebracht, um an 1999 zu erinnern.

Der Geburtsort von GRAUKO am Ruckerlberg. In etlichen Jahren wird hier eine Messingtafel angebracht, um an 1999 zu erinnern.


(Hier weiterlesen)

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6. Januar 2010

Schreibwerkstatt ’99: Die Krise danach

Handschriftliche Skizze für Blogeintrag (Bestandteil meines Vorlasses)

Abbildung 1: Handschriftliche Skizze für diesen Blogeintrag. Entnommen dem Vorlass von Thomas Wollinger

Meine Erkenntnisse nach der Schreibwerkstatt mit Julian Schutting:

  1. Das, von dem ich überzeugt war, es wäre gut, war es gar nicht. Dazu gehörte auch mein erster Romanversuch (*1997 †1999)
  2. Ab und an schrieb ich etwas, das gut ankam.

Ich hatte nachher weniger als vorher: Weniger Selbstsicherheit, weniger gute Texte. Für mich war nicht absehbar, wann ein Text gut und wann etwas schlecht werden würde. Ich misstraute nicht nur meinen Worten, auch meiner Urteilsfähigkeit.

Was blieb mir? Schiere handwerkliche Kraftanstrengung: Schreiben, Abstand zum Geschriebenen suchen, Meinungen von anderen Autoren einholen, kürzen bis auf die Knochen. Immer wieder.

Weshalb ich 1999 das Schreiben nicht aufgab? Weil es mir nicht in den Sinn kam, aufzugeben. Wozu auch? Ich habe ein Leben lang Zeit, um Schreiben zu lernen.

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5. Januar 2010

Schreibwerkstatt ’99: Mein Wortmisstrauen

Am zweiten Tag der Schreibwerkstatt mit Julian Schutting erfuhr ich, dass es so etwas wie Kürzen gibt. Dass es sogar etwas Produktives und Normales ist, seine eigenen Worte wegzustreichen. Entsprechend dem Ziel des Texts. Wenn ein Wort dem Textziel nützt, ist es lassen. Sonst nicht. So einfach ist das, eigentlich. Aber woran soll ich, der bloß 4 Jahre autodidaktischer, hobbymäßiger Literaturbildung aufzuweisen hat, denn wissen, was ein gutes Textziel ist?

Anders ausgedrückt: Worüber kann ich denn eigentlich schreiben?

In den folgenden Jahren verschanzte ich mich dahinter, brutal wegzustreichen. Die Archäologin zum Beispiel: als ich mir mühsam 150 Buchseiten abgerungen hatte, habe ich – aus purem Wortmisstrauen – beschlossen: da müssen 10 Seiten weg. Denn von mir Hingeschriebenes könne doch nicht einfach gut sein! Da müsse an jedem Wort herumgelitten sein, und nur dann dürfe das Wort womöglich bestehen.

Auch als mein erster Roman 2004 veröffentlicht wurde, war mein literarisches Wachstum längst nicht abgeschlossen – im Gegenteil. Sprachliche und inhaltliche Krisen waren Vermurungen und Steinschläge auf meinen weiteren Weg. Mehr dazu später.

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4. Januar 2010

Schreibwerkstatt ’99: Die Keimzelle von GRAUKO

Maria Trost bei Graz, 5. bis 16. Juli 1999. Schreibwerkstatt von und mit Julian Schutting. 11 andere Schreibende und ich.

Meine literarische Vorerfahrung: 1995 begann ich, freiwillig Romane zu lesen (vorher nur gezwungenermaßen zur Matura, und ich hatte 1986 maturiert). Von 1997 bis 1999 schrieb ich einen Roman mit mehr als 500 Buchseiten. Das Werk war von allen Verlagen abgelehnt worden (zu Recht, wie mir während der Schreibwerkstatt klar wurde).

Mit dabei: Maria Edelsbrunner, Ursula Kiesling, Peter Heissenberger, Charly Hofbauer – von ihnen wurde 1999 GRAUKO gegründet.

Ebenfalls dabei waren Anna Kim und Jürgen Lagger.

Schutting Schreibwerkstatt - Abschlusslesung 1999

Schutting Schreibwerkstatt - Abschlusslesung 14. Juli 1999

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3. Januar 2010

Refugium oder: Die Ruhe und der Literat

Ein Refugium ist ein Ort, der dermaßen weit weg ist, dass dort sogar das Internet nicht immer funktioniert. Ein Ort zum Schreiben also.

Und dies ist der Blick von meinem Refugium hinaus in die Welt:

Refugium im Winter

Refugium im Winter

Hier ist übrigens “Die Archäologin” großteils entstanden.

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26. Dezember 2009

Der Literat und ein Konzept namens “Urlaub”

Vor einigen Jahren fand meine Große Wende statt.

Meine Einstellung vor meiner Großen Wende:
“Ich habe eine Arbeit als IT-Berater, und Schreiben ist mein Hobby. Ich schreibe nach der Arbeit, an Wochenenden und im Urlaub.”

Ein Problem vor der Großen Wende:
“Wenn ich keine Arbeit habe, bin ich arbeitslos und fühle mich erfolglos.”

Meine Einstellung nach der Großen Wende:
“Schreiben ist meine Hauptarbeit. Ergänzend arbeite ich in Software-Projekten.”

Die innere Erleichterung nach der Großen Wende:
“Ich nehme nur jene Aufträge an, die in mein Lebenskonzept passen. Wenn ich keine Aufträge habe, ist das eine gute Gelegenheit, mich auf meine Hauptarbeit zu konzentrieren. ”

Ein Problem nach der Großen Wende: “Urlaub.”

Weil meine Arbeit das Schreiben ist (und “Urlaub” ist Nichtarbeiten), dann heißt das, im “Urlaub” nicht zu schreiben, sprich, wochenlang nicht zu schreiben.

Die Vorstellung, ohne Laptop irgendwo zu sein, macht Unbehagen. Wohl darum bin ich derzeit etwas erschöpft, arbeitsfreien Urlaub hatte ich seit ichweißnichtwann nicht.

Für Urlaub bin ich – Große Wende her oder hin – wohl noch nicht bereit. Kommt aber noch.

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