Artikel zum Schlagwort “Video”

24. August 2010

Explosion, wieder einmal

Nuclear Predetonation. Quelle: Wikipedia

Jedesmal, wenn ich zwei Romanpersonen zusammenführe, ist das für mich eine emotionale Explosion, die meine Texte und Ideen weitertreibt.

Es ist so abgelaufen:

  1. Gestern, unter Tags, im Buch “20 Masterplots” geblättert (Wobei das Buch bloß ein Anlass war, über Grundsätzliches nachzudenken).
  2. Nachts, um ein Uhr, nach sinnlosem Websurfen, der Funke: “Thomas, was wäre, wenn du die Romanpersonen “Dagmar” und “Isabella” zusammenlegtest?”
  3. Erstes Gefühl: Klarheit. Die beiden waren ohnehin Zwillingssschwestern, und damit würde die ohnehin große Komplexität des Romans reduziert. Handlung und Charaktere werden wesentlich schärfer.
  4. Dann Erschütterung. Wie soll das sein? Die Mutter der herzkranken Angelika zur Mörderin von Timons Freundin machen?
  5. Und dann ging es los. Bis in den Morgen. Ich hörte Amy Macdonald (“Spark”)…

… immer und immer wieder. Ich beobachtete sie, wie sie auf den Steg ging, ihren Koffer abstellte, und alles ergab so viel Sinn in mir. Alte Fragen wie “Wovon lebt Dagmar?” und “Warum ist ihre Ehe gescheitert?” und “Was will sie?” und “Wie ist ihre Beziehung zur Mutter?” und “Wer sind die Opponenten im Kampf um das Violanum?” sind plötzlich von selbst beantwortet. Und Dagmars Handlungen – ich habe jetzt viel mehr Freiheit. Ich kann den Leser Dagmars Zerrissenheit spüren lassen:

  1. das so Fürsorgliche und Schützende einer Mutter mit schwerkrankem Kind
  2. der Berufsethos einer Krankenschwester
  3. die Vorbildwirkung der Krankenhausgründerin Viola (+1645)
  4. das Erbe ihres dominanten (verstorbenen) Großvaters, der Dagmars Mutter stets als schwach verachtet hat.

Ich sagte mir: “Thomas, was hast du da für ein Monstrum erschaffen?”

Ich antwortete: “Es ist immer schon hier gewesen. Bloß jetzt erst ist dein Blick frei.”

Gegen drei Uhr skizzierte ich eine Schlussszene zwischen Timon und Dagmar. Jetzt bin ich müde. Wie immer, wenn ich vor einer neuen Fassung meines Romans stehe.

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9. August 2010

Elevator Pitch (Teil 2)

Ein guter Ort, den Elevator Pitch deines Romanprojekts zu testen. Erzähl doch – ganz spontan – dem Herrn oder der Dame neben dir, worum es in deinem Roman geht.

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21. Juli 2010

Wie ich hineinschlittere

Ich will hier an Hand eines Beispiels beschreiben, wie leicht ich hineinschlittere.

Lassen wir es mit einer BBC-Fernsehdoku beginnen. Titel: “Bright Young People”. Thema: Zwanzigerjahre. London. Eine Gruppe junger Leute und ihre exzessiven Parties. Jung, wild, Geld, Drogen, und in jeder Geste eine Übertreibung. Ihre Leben wurden in Romane gegossen, die Romane verfilmt…

Diese Filmsequenz sehe ich mir wieder und wieder an. Mit Kopfhörern, laut, ich brauche jetzt das Trommelnde. Werde hineingezogen ins Rote, durch die tanzende, lachende Menschenmenge, trinkend und Kokain einsaugend, und mittendrin ist Nina, die Tanzende, die Zuckende, die ihre Arme um sich wirft. Ihr Kopf geht hin und her und scharf hinauf, jede Bewegungen an ihr beginnt so plötzlich und endet so abrupt, sie verharrt den Bruchteil eines Augenblicks – und dann weiter, und schneller und wieder. Sie sagt: “I’ve never been more bored in my life”, und jetzt geht es los in mir.

Ich mache Nina zu meiner Angelika, 13 Jahre, die ihre Herztransplantation verweigert. In den vorangegangene Kapiteln das zurückhaltende, tapfere Mädchen – jetzt, mit diesem Film, ist sie ausgerissen. Eine Nacht lang Party, ein paar Stunden normal sein. Pechschwarz geschminkt ihre Augen, ihr Haar in wirrer Dauerwelle, ein Kleid, das hoch über dem Knie aufhört. Und in ihrer Hand eine halbgeleerte Flasche mit blauer Flüssigkeit.

In diese Szenerie stolpert Timon – wie ein Fremder, der Angelika ausfindig macht, der ihr sagt: “Bist du verrückt? Das hält dein Herz nicht aus.”

Sie schaut ihn an, reißt die Augen auf, dass es stechend weiß wird inmitten ihrer schwarzen Schminke. Sie beugt sich zu ihm, nahe an sein Ohr. Sie sagt: “Krank bin ich vielleicht, aber tot noch nicht.”

Sie macht einen Schluck aus der Flasche. Ruckartig wendet sie sich ab, verharrt einen Atemzug lang mit dem Rücken zu Timon. Dann reißt sie die Arme empor und tanzt und schreit in den trommelnden Lärm: “Ich lebe! Ich lebe!”

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31. Mai 2010

Die Arme der Autoren

Es ist unmöglich mit Worten zu beschreiben, was notwendig wäre, für jene, die nicht wissen, was Schreiben bedeutet.

Das Schreiben. Das Scheiben hat ein Gesicht. Und man muss sich das Schreiben zum Freund machen. Das Schreiben und der künstlerische Drang sind deine Freunde. Falls es nicht so ist, sind sie deine gefürchteten Feinde.

Vor langer Zeit. Da kam ich in eine Schreibwerkstatt, um einigen Autoren das Schreiben zu zeigen. Ich gab ihnen zur Aufgabe, einen Text zu schreiben, der beim Leser eine starke Emotion auslöst. Ich verließ die Werkstatt, um sie in Ruhe schreiben zu lassen.

Da kam ein alter Autor hinter mir hergelaufen, und er weinte … Ich ging zurück. Etwas war über die Autoren gekommen, denn jeder hatte sich den Schreibarm abgehackt. Die Arme lagen auf einem Haufen … Und ich erinnere mich, wie ich schrie, ich weinte wie ein altes Waschweib. Ich wusste nicht mehr, was ich tun sollte: All diese Autoren saßen da und schrieben mit den verbleibenden Händen Texte über den Verlust ihres Schreibarms.

Und ich will mich daran erinnern. Ich will es niemals vergessen. Und dann war mir, als würde ich durchbohrt, durchbohrt von einem einzigen, diamantenen Wort, direkt durch die Stirn. Und ich dachte, mein Gott, diese Schöpferkraft, dieses Genie, dieser Wille, das zu vollbringen. Vollkommen, unverfälscht, vollendet, kristallen, makellos. Und dann wurde mir klar, dass diese Literaten viel stärker als wir alle waren. Weil sie alles ertragen konnten. Das waren keine Ungeheuer, das waren Frauen und Männer, die mit ihrem Herzen kämpften. Dass sie die Kraft haben, die Kraft, das zu vollbringen. Wenn ich in Österreich aus solchen Leuten bestehend ein Verlagsprogramm aufbauen könnte – das wäre der Neuanfang jeglicher Literatur.

Denn dazu gehören Frauen und Männer, die Überzeugungen haben. Und die dennoch imstande sind, ohne Hemmungen, ihre ursprünglichen Instinkte einzusetzen. Ohne Skrupel. Vor allem ohne auf Kritik zu hören. Denn es ist die Kritik, die die Kunst besiegt.


Dies ist eine Paraphase auf den Monolog von Captain Kurtz (Marlon Brando) aus dem Film Apocalypse Now:

Hier der Text deutschen Synchronfassung: (Hier weiterlesen)

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26. Mai 2010

Fein beobachtet

Das ist fein beobachtet. Jedermann weiß, wie peinlich solche Stellen gerade bei Literaten minderer Qualität wirken können.

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15. Mai 2010

Video zum Writer’s Block

Was mir an diesem Video gefällt ist diese Nähe zum Abgedrehten, das meinem Schreiben manchmal innewohnt.

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14. Mai 2010

Schreibprobleme? Fragen Sie Frau Laura!

Dieses Video ist für all jene Schreibenden unter euch, die heute noch nicht genügend gutgemeinte Tipps bekommen haben. Beachtet die Präsentationstechnik. – Wobei: unrecht hat die Dame ja nicht!

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11. Mai 2010

Ein junger Autor sucht eine Handlung

All die Möglichkeiten, die der junge Autor zu Beginn des Videos durchspielt, die erinnern mich an meine Gedankenarbeit … ja, und ein jeder hat für den jungen Autor gute Tipps parat!

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30. November 2009

Hunderttausende Worte, trillionen Ideen

Our language, tiger, our language: hundreds of thousands of available words, trillions of legitimate new ideas, so that I can say the following sentence and be utterly sure that nobody has ever said it before in the history of human communication…

… zeitlos, dieser Humor.
Danke Christoph Dopplinger für diese Video-Empfehlung.

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26. November 2009

Business English oder: Wie geil ist das denn?

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